Wie ich eine Schreibblockade überwinde.

Schreibblockaden gehören für einen Autor genau so dazu, wie das Amen in der Kirche. Es ist völlig normal, dass man in einem Projekt nicht mehr weiter kommt. Dass man den roten Faden verliert und einem einfach die Inspiration fehlt. Das zu Wissen, ist schon mal der erste Schritt aus der Blockade. Man sollte tief durchatmen und sich laut sagen:
„Es ist okay. Ich darf diese Blockade haben. Auch sie wird vorbeigehen.“

94da5d245cde542d61e640c9625816aa

Wenn euch das zu esoterisch klingt, hier ein praktischer Tipp:

Methode: Yelling at the paper

Diese Methode habe ich mir von Hollywood-Drehbuchautor David Magee (Life of Pi) abgeschaut. Wenn David eine Schreibblockade hat und einfach nicht weiter kommt mit einer Szene, dann öffnet er ein Text-Dokument und schreibt einfach alle (!!)  seine Gedanken auf. Bei diesem stream of consciousness (Bewusstseinstrom) handelt es sich um einen inneren Monolog, den man auf Papier bringt und somit seine eigenen Fehlerquellen aufdeckt und herausfindet, warum man nicht weiterkommt.

Genug der Theorie. Hier ein Beispiel. Bei meinem Roman wusste ich nicht, wie es weiter gehen sollte, ich war einfach „ausgelaugt“. Hier meine „Yelling at the Paper“-Übung:

Ich komme in meinem Roman einfach nicht weiter. Irgendwie funktioniert das ganze nicht. Meine Hauptfigur ist irgendwie verloren in dieser Welt und es fühlt sich nicht homogen an. Irgendwie ist da der Wurm drin, irgendetwas fehlt, die Rückblenden funktionieren nicht so, wie ich sie mir gedacht hab, sie scheinen nicht interessant oder originell genug ist. Ich wollte über die Geschichte der Russlanddeutschen schreiben, aber es fällt mir nichts Gutes da ein. (AHA, DA IST DIE FEHLERQUELLE)

Ich weiß viel zu wenig darüber. Mir fehlt Futter. Mir fehlen interessante Fakten, Storys, Anekdoten. Ich muss mehr recherchieren und mit diesem Material kann ich dann besser arbeiten.

Nachdem ich meine Fehlerquelle erkannt hab, bin ich in die Recherchephase gewechselt, habe viel über das Thema gelesen und siehe da: Plötzlich sprudeln die Ideen. Jetzt weiß ich was meinem Protagonisten fehlt und ich weiß wie ich Szene X und Kapitel Y schreiben soll und wieso ich den Anfang noch mal überarbeiten sollte.

Und wenn selbst diese Methode nichts bringt, dann lasse ich einfach alles liegen und spiele eine Runde Playstation oder gehe schlafen. Spätestens am nächsten Tag ist mein Gehirn wieder fit und einsatzbereit.

Wie geht ihr mit einer Schreibblockade um?

Gruß,  Dron

3 Gedanken zu “Wie ich eine Schreibblockade überwinde.

  1. Inzwischen bleibe ich recht gelassen, wenn ich mal blockiert bin. In den letzten eineinhalb Jahren habe ich außerdem gemerkt, dass bloggen mir hilft. So als Zwischending aus „richtigem“ Schreiben und Plaudern.

    Gefällt mir

  2. interessanterweise ging es mir erst kürzlich sehr ähnlich!
    ich gehe genau so vor: ich schreibe einfach alle gedanken auf, die mir in den kopf kommen. oftmals löst sich dadurch etwas und man kommt dem auf die spur, warum es gerade nicht weiter geht oder weiter gehen kann. (bei mir lag es diesmal übrigens auch an mangelnder recherche… 😉 ) tja, und wenn mal gar nichts mehr geht, dann muss man eben abwarten und sich in geduld üben.
    danke für den beitrag, sehr interessant!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s